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Hodenkrebs

WasistHodenkrebs?

Hodenkrebs ist eine der seltensten bösartigen Krebserkrankungen des Mannes. In 90% der Fälle entwickelt sich der Tumor aus den Keimzellen des Hodens. Aus diesem Grund wird diese Krebserkrankung auch als Keimzelltumor bezeichnet. 

Der Hoden ist zweipaarig vorhanden. Jeder Hoden hat einen Längsdurchmesser von ca. 5 cm und ist in etwa so groß wie eine Walnuss. Umgeben ist der Hoden von einer schützenden Hülle, dem Hodensack. Letzterer gewährleistet unter anderem, dass die Temperatur des Hodens gleichmäßig bei 34 bis 35 Grad Celsius gehalten wird, was wiederum für die Samenbildung wichtig ist. 

Im Hoden kommen verschiedene Arten von Zelltypen vor, die jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Der wichtigste Zelltyp sind die Keimzellen. Sie sind für die Samenproduktion verantwortlich und kommen deshalb mengenmäßig auch am Häufigsten vor. Die Tumore, die aus den Keimzellen stammen, werden als Germinale bezeichnet. Je nachdem von welchem Keimzelltyp der Hodenkrebs abstammt, unterscheidet man in Seminom und Nichtseminom. Diese unterscheiden sich darin, dass 

  • die Seminomen nur aus einer Gewerbeart bestehen und die 
  • Nichtseminome sich aus mehreren Gewebearten zusammensetzten.

Die Tumore, die aus anderen Zellen, z.B. aus dem Stützgewebe des Hodens ausgehen, sind beim erwachsenem Mann sehr selten.

Obwohl der Hodenkrebs eine eher seltene Tumorerkrankung ist, ist er bei Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren die häufigste Krebserkrankung. In etwa 5 % der Fälle entsteht nicht nur in einem Hoden ein Tumor sondern auch im zweiten sogenannten Gegenhoden ein weiterer Tumor.

Wie bei den meisten Krebserkrankungen gilt auch beim Hodenkrebs, dass die Heilungschancen umso größer sind, je früher der Tumor entdeckt wird. Wird ein Seminom im frühen Stadium diagnostiziert, so sind die Aussichten einer vollständigen Genesung nahezu 100 %. Die Prognose bei fortgeschrittenen Seminomen ist, wie die Perspektive bei früh erkannten Nichtseminomen, gut.

WelcheUrsachenundRisikofaktorenhatHodenkrebs?

Die Ursachen für das Auftreten von Hodenkrebs sind wissenschaftlich noch nicht endgültig erforscht und entschlüsselt. Es existieren jedoch einige vielversprechende Ansätze und Theorien, wonach gerade die Tatsache, dass überdurchschnittlich viele junge erwachsene Männer an Hodenkrebs erkranken einen entscheidenden Hinweis auf die Ursache gibt.
Diese Erkenntnis legt die Vermutung nahe, dass eine angeborene genetische Veranlagung für die Entstehung von Hodenkrebs verantwortlich ist. Es wird weiter angenommen, dass bereits im Mutterleib, in der Embryonalphase, die Anlage für Hodenkrebs gelegt wird. Aus den TIN-Zellen (TIN = Testikuläre Intraepitheliale Neoplasie), den Vorläuferzellen des Hodenkrebs, entwickeln sich durch hormonelle Einflüsse ab der Pubertät die Krebszellen. Die Theorie von der genetischen Veranlagung wird durch die Beobachtung gestützt, dass Hodenkrebs familiär gehäuft vorkommt.

Ein weiterer Grund wird in dem angeborenen Hodenhochstand gesehen. Dieser erhöht das Risiko an Hodenkrebs zu erkranken. Darüber hinaus kommt Hodenkrebs in manchen Regionen der Welt gehäuft vor. Aus diesem Grund wird vermutet, dass gewisse Umweltfaktoren einen Einfluss auf die Erkrankungsrate haben.

DieSymptomevonHodenkrebs

Die Symptome von HodenkrebsDer Körper sendet bei den meisten Krebserkrankungen früher oder später Alarmsignale. Für den Hodenkrebs gilt, dass er im Normalfall keine Beschwerden verursacht. Aus diesem Grund gilt die Devise: Je früher der Krebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen.

Früherkennungsuntersuchung

Im Gegensatz zu, zum Beispiel Darm- und Prostatakrebs, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Früherkennungsuntersuchung von Hodenkrebs nicht. Es liegt also bei jedem Mann selbst, einen Beitrag für seine Gesundheit zu leisten und frühzeitig eine Veränderung der Hoden zu entdecken. Die beste Vorsorge ist eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Hoden. Die folgenden Anzeichen können dabei auf eine Hodenkrebserkrankung hindeuten. Sie müssen jedoch nicht im Zusammenhang mit dieser oder einer anderen Erkrankung stehen:

  • Die Größe eines Hoden hat sich verändert.
  • Ertasten eines Knotens oder von Unregelmäßigkeiten, Verhärtungen oder anderweitigen auffälligen Veränderungen.
  • Ein Schweregefühl im Hodensack oder Schmerzen im Hoden.
  • Flüssigkeit hat sich im Hodensack angesammelt. 

Die Selbstuntersuchung sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen und bei Auffälligkeiten sollte ein Arzt kontaktiert werden. Auch die Kenntnis über die eigene familiäre Vorbelastung mit Hodenkrebs ist ein wichtiges Merkmal für die Art und Häufigkeit der Vorsorgeuntersuchungen.

DieDiagnosevonHodenkrebs

Bei einem Verdacht auf Hodenkrebs erfolgt die erste Diagnose, neben der Anamnese, durch eine körperliche Untersuchung. Dabei stehen dem Arzt unter anderem folgende Untersuchungsmethoden und Diagnoseverfahren zur Verfügung:

  • Die Tastuntersuchung diagnostiziert eine körperliche Veränderung. 
  • Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist meistens eine Anschlussdiagnostik nach dem Tastbefund und untersucht Gewebeveränderungen der Hoden.
  • Die Computertomografie. 
  • Die Kernspintomographie (auch Magnetresonanztomographie genannt).
  • Die Blutuntersuchung bestimmt den Wert eines Tumormarkers im Blut.   

In vielen Fälle ist eine anschießende Biopsie für die endgültige, sichere Diagnose Hodenkrebs notwendig. Dabei wird eine Gewebeprobe aus dem Hoden entnommen und im Labor unter dem Mikroskop untersucht.

KlassifikationdesTumors

Um eine individuelle und patientengerechte Behandlung zu gewährleisten ist das Krankheitsstadium so genau wie möglich zu beschreiben. Die Klassifikation des Hodenkrebses erfolgt aus den Ergebnissen die der Arzt ermittelt hat. Die Kategorisierung des Befundes erfolgt in der TNM-Klassifikation, wobei vereinfacht

  • T für die Größe und Ausdehnung des Primärtumors,
  • N für die Beschreibung des Befalles der Lymphknoten und
  • M für das Auftreten und die Lokalisation von Fernmetastasen steht.

Aufgrund dieser Einteilung und der Entwicklung der Tumormarker nach der Operation erfolgt danach eine Einteilung in die „klinischen Stadien“ (CS I; CS II; CS III).

DieTherapievonHodenkrebs

Die komplette operative Entfernung des betroffenen Hodens, um das bösartige Gewebe zu entnehmen, bezeichnet man als Orchiektomie. Neben der Operation stehen dem behandelnden Arzt noch die Chemotherapie, die Strahlentherapie und die Überwachungsstrategie zur Verfügung. Die Auswahl des Therapieverfahrens hängt in den meisten Fällen vom Stadium ab, in dem sich der Hodentumor befindet. 

Nachdem der eine Hoden vollständig vom Chirurg entfernt worden ist, wird im Gegen- oder Nebenhoden eine Gewebeprobe genommen, um einen Befall beider Hoden auszuschließen. Die anschießende Bestimmung des Zelltyps von dem der Hodenkrebs ausgegangen ist, ist für die weitere Behandlung und Prognose wichtig.
Von entscheidender Bedeutung ist auch die Feststellung, ob sich der Hodenkrebs bereits ausgebreitet hat und wo er Fernmetastasen gebildet hat. Sind bereist andere Bereiche des Körpers betroffen schließen sich in vielen Fällen an die Operation die Strahlentherapie und/oder je nach Befund die Chemotherapie an.   

DiePrognoseundVorbeugung

Die Prognose bei einem behandelten Hodenkrebs ist, wie in der Einleitung schon beschrieben, in der Regel günstig. Ein wichtiges Kriterium dabei ist die frühe Entdeckung der Krebserkrankung.Insgesamt überleben nach dem Abschluss der Hodenkrebstherapie 96 % der Patienten den Verlauf der nächsten fünf Jahre.

Dem Hodenkrebs kann nicht vorgebeugt werden. Es gilt aber, je früher er erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen und Behandlungsmöglichkeiten. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Selbstuntersuchung zur frühzeitigen Erkennung des Hodenkrebses zu empfehlen. 

Wenn Sie weitere Fragen haben oder einen Untersuchungstermin wünschen, sprechen Sie uns gerne an.

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