zurück zur MHH  |  Impressum  |  Sitemap
Sie befinden sich hier: Leistungsspektrum | Hodentumore | Medikamentöse Therapie

MedikamentöseTherapie

Keimzelltumore sind die häufigste Tumorerkrankung des Mannes im Alter zwischen 20-45 Jahren und werden je nach Stadium unterschiedlich behandelt. Die Heilungsrate liegt bei richtig angewendetem Konzept etwa bei 90%. In der Therapie kommen Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie zum Einsatz.

Histopathologisch werden Seminome, Nichtseminome und Teratome unterschieden. Nach operativer Entfernung des betroffen Hodens und mittels Schnittbildgebung werden 3 klinische Tumorstadien definiert:


Im klinischen Stadium I ist der Tumor auf den Hoden beschränkt.

Stadium II beschreibt die Ausbreitung auf den Bauch und ist unterteilt in Stadium IIA mit Lymphknoten bis 2 cm, Stadium IIB mit Lymphknoten zwischen 2-5 cm und Stadium IIC mit Lymphknoten größer als 5 cm.

Stadium III beschreibt die Ausbreitung des Tumors oberhalb des Zwerchfells. Alle Patienten mit einem Tumorstadium > IIB brauchen eine Chemotherapie. Eine zusätzliche Risikoeingruppierung ermöglicht die ideale Intensitätsauswahl mit wenigen Nebenwirkungen aber optimalen Heilungschancen. 

Chemotherapie der Patienten mit reinem Seminom: Ein Zyklus Chemotherapie mit Carboplatin kann den Hochrisiko-Patienten mit reinem Seminom im Stadium I empfohlen werden.Im Stadium IIA/B und ab Stadium IIB werden die Patienten mit 3 bzw. 4 Zyklen Kombinationstherapie mit Cisplatin (P), Etoposid (E) und Bleomycin (B) (sogenannte PEB-Chemotherapie) alle 21 Tage behandelt.

Chemotherapie der Patienten mit Nichtseminomen:Hochrisiko-Patienten im klinischen Stadium I können 2 Zyklen PEB alle 21 Tage als Standardoption erhalten. Die Standardtherapie für Patienten mit klinischem Stadium > II  ist entsprechend der Risikostratifizierung  inklusive Hodentumormarker: 3 Zyklen (Niedrigrisiko) oder 4 Zyklen (Intermediate oder Hochrisiko) PEB Chemotherapie.

Vor Beginn mit PEB Kombinations-Chemotherapie soll eine Audiometrie (Gehörmessung), ein EKG und eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt werden. Die Patienten unter PEB-Chemotherapie benötigen eine engmaschige laborchemische Überwachung aufgrund der Toxizität der Medikamente. Ein Abbruch bzw. Dosisanpassung oder Ersetzen mit einer anderen Substanz soll im Falle des Auftretens der Nebenwirkungen stattfinden. Diese Form der Therapie sollte in Zentren mit höchsten Expertisen in Tumortherapie durchgeführt werden.