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GrundprinzipienderTherapie

Persistiert Inkontinenz nach Beseitigung einer vermeintlich auslösenden Ursache, wird vor Therapie die Inkontinenz mit einem Abklärungsprogramm verifiziert und die Inkontinenzform beziehungsweise deren Kombinationen klassifiziert. Ungezieltes Therapieren ohne vorherige suffiziente Diagnostik gilt es unbedingt zu vermeiden. Liegen Mischformen aus verschiedenen Inkontinenzarten vor, sollte zunächst die klinisch dominierende Inkontinenzart behandelt werden. Die Therapie sollte so einfach und so effektiv wie möglich durchgeführt werden. Sind für eine Inkontinenzart verschiedene Behandlungen verfügbar, sollten zunächst konservative Therapiemethoden ausgeschöpft und erst bei deren Versagen operative Therapien erwogen werden.

 

Belastungsinkontinenz

Dranginkontinenz

Konservative Therapien

Gewichtsreduktion

Miktionstraining

Lokale Östrogenbehandlung (nur Frauen)

Toilettentraining

Beckenbodengymnastik ± Biofeedback

Beckenbodengymnastik ± Biofeedback

Medikamente:

Duloxetin

Medikamente

Muskarinrezeptorantagonisten

Transanale oder transvaginale Neurostimulation

Transanale oder transvaginale Neurostimulation

Operative Therapien

Bulking agents

Botulinumtoxin

Suspensionsplastiken (nur Frauen)

Sakrale Neuromodulation

Schlingenplastiken

Blasenaugmentation

Justierbare/nicht-justierbare Bänder

 

Artifizieller Sphinkter

 

Tab. 2: Konservative und operative Therapieoptionen bei Männern und Frauen mit Belastungs- oder nicht-neurogener Dranginkontinenz.

Stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung gebührt derjenigen mit der geringsten Morbidität und höchsten Effektivität der Vorzug. Bei der Wahl der Operationsart ist auch die Vertrautheit des Operateurs mit einer Operationstechnik zu berücksichtigen, da alle Methoden unterschiedliche Lernkurven aufweisen und gute Resultate ausreichende Erfahrung mit einer Technik voraussetzen. Belastungs- und Dranginkontinenz können sowohl von Fachärzten (Urologen, Gynäkologen) als auch von primär versorgenden Ärzten (Hausärzte, Allgemeinmediziner oder Internisten) behandelt werden. Bei Versagen konservativer Therapien und Notwendigkeit einer Operation, bei neurogener Blasendysfunktion oder extraurethraler Inkontinenz sollten jedoch immer versierte Urologen oder Gynäkologen hinzugezogen werden.