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Nieren-,Harnleiter-&Blasensteine

Harnsteine können im gesamten Harntrakt vorkommen. Bei ungefähr fünf Prozent der deutschen Bevölkerung tritt mindestens einmal in ihrem Leben einen Harnstein auf. Die Steinerkrankung (Urolithiasis) äußert sich in Form von Schmerzen und Blutbeimengungen im Urin. Im schlechtesten Fall erleidet der Patient eine plötzlich einsetzende krampfartige Nierenkolik mit Schmerzen im Bereich der Flanken oder des Unterbauches.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die für eine Steinerkrankung prädisponieren. Dazu gehören höheres Patientenalter, Beruf, Ernährungsgewohnheiten und eine geringe Flüssigkeitsaufnahme.
Bei wiederkehrenden Steinereignissen liegt zumeist eine familiäre Veranlagung vor.
Als Therapiemöglichkeit stehen in unserer Klinik die modernsten Technologien zur Verfügung. Basierend auf Erkenntnissen aus über 20 Jahren Steinbehandlung werden die verschiedenen Verfahren individuell in Abhängigkeit von Steingröße und Steinlage angewendet.

ESWL: Bei der sogenannten Stoßwellentherapie werden hochenergetische Schallwellen über eine große Ultraschallsonde über ein am Körper des Patienten anliegenden Wasserkissen von außerhalb des Körpers ("extrakorporal") in das Innere des Körpers geleitet und erschüttern und zerbrechen den Stein vor Ort. Die ESWL erfordert gewöhnlich keine Narkose. Geeignet sind Patienten mit Nierensteinen bis zu einer Größe von 2cm und geeigneter Lage im verzweigten Nierenbecken.

Ureterorenoskopie (URS): Bei der endoskopischen Harnsteinentfernung wird über Harnröhre und Blase in den Harnleiter und die Niere mit kleinsten Stabinstrumenten hineingespiegelt. Hier werden unter direkter Sicht Nieren- und Harnleitersteine mit einem Instrument zertrümmert und entfernt. Hierbei kommt die gepulste Lasertherapie mit Holmium Laser (HO:YAG) zur Anwendung. Um alle Kelche der Niere ausspiegeln zu können, verwenden wir ein flexibles Endoskop (Instrument). Dieses Verfahren ist für kleine Steine (<1cm) des Nierenbeckens, der unteren Kelchgruppe und des Harnleiters geeignet.

Mini-Perkutane Nephrolitholapaie (PNL): Hierbei wird unter Ultraschallkontrolle die Niere durch die Haut punktiert. Danach wird dieser Punktionskanal aufgedehnt, eine Schleuse eingelegt und über diese das Nierenbecken gespiegelt. Unter Sicht kann dann, wie bei der URS (2.), der Stein zertrümmert und entfernt werden. Am Ende wird der Punktionskanal mit einem Gewebekleber verschlossen, so dass in der Regel kein Drainageschlauch erforderlich ist. Dieses Verfahren ist für komplette Nierenausgusssteine, Kelchausgusssteine sowie für große Steine des oberen Harnleiters geeignet. Es hat weitestgehend die offene Steintherapie ersetzt.

Laparoskopische Steintherapie: Ist dennoch eine Operation direkt an der Niere notwendig, kann per Bauchspiegelung (ohne Flankenschnitt) die Niere im Bauchraum freigelegt werden und Steine aus dem Nierenbecken entfernt werden. Im diesem Zusammenhang können gleichzeitig Fehlbildungen, wie eine Harnleiterabgangsstenose beseitigt werden.
Offene Steinchirurgie: Die oben angeführten Formen der Steintherapie haben die offen-chriurgische Therapie (Schnittoperation) nahezu vollständig verdrängt. Nur in Ausnahmefällen kommt diese heute noch zur Anwendung, meist bei begleitenden Fehlbildungen des Harntraktes.