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LaparoskopischeProstataentfernungbeiProstatakrebs(EndoskopischeextraperitonealeradikaleProstatektomie–EERPE)

PD. Dr. med. Thomas R.W. Herrmann
PD. Dr. med. Thomas R.W. Herrmann
Dr. med. Florian Imkamp
PD Dr. med. Florian Imkamp

Seit Jahren ist in der Therapie des Prostatakarzinoms ein Trend zu minimalinvasiven, laparoskopischen Therapien zu verzeichnen. Das Stichwort „Schlüsselloch-Chirurgie / Laparoskopie“ meint hierbei keine „offene“ Chirurgie, sondern dass die Operation durch kleinste Schnitte über Operationsschleusen durchgeführt wird.

Das operative Vorgehen bei der laparoskopischen Prostatektomie (EERPE) beinhaltet die vollständige Entfernung der Prostata einschließlich der Samenbläschen. Dieser Eingriff gehört zu den häufigsten tumorchirurgischen Eingriffen in der Urologie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom.

Dieses schonende Verfahren, die sogenannte "endoskopisch-extraperitoneale radikale Prostatektomie" (EERPE), wurde bereits 2003 an der Klinik für Urologie der MHH etabliert. PD Dr. Thomas RW Herrmann war von 2004 an der Etablierung dieser Technik beteiligt und führt diesen Eingriff seit 2006 in der Klink erfolgreich durch. Seit 2008 leitet er die Sektion Endourologie und Laparoskopie in der Klinik für Urologie und Uroonkologie der MHH. Dr. Florian Imkamp komplettiert hierbei als erfahrener Laparoskopeur das EERPE Team.

Die nervschonende endoskopisch extraperitoneale radikale Prostatektomie (nsEERPE) ist eine Weiterentwicklung dieses laparoskopischen Verfahrens. Diese Operation wird nur im vorderen Bauchraum durchgeführt und nicht in dem Teil des Bauches, in dem der Darm gelegen ist. Diese operative Technik wurde im Verlauf durch wachsende Erfahrung kontinuierlich weiterentwickelt und etabliert. Die Operation läuft dabei wie die offene retropubische radikale Prostatektomie ab. Vom Umfang her werden genau die gleichen Strukturen wie beim offenen Operieren entfernt. Die deutliche Vergrößerung durch die Kamera erlaubt eine ca. zehnfach vergrößerte Darstellung der Strukturen bei gleichzeitiger Schonung der Bauchwandmuskulatur.

Die überzeugenden Operationsergebnisse haben dazu geführt, dass das Verfahren von zahlreichen deutschen und europäischen Zentren übernommen wurde. Es ergänzt nicht nur bisher praktizierte operative Behandlungsmethoden, wie die Entfernung der Prostata über einen Bauch- oder Dammschnitt, sondern löst in einigen Zentren die offene Schnittoperation als Erst-Wahl bei der Therapie des Prostatakarzinoms ab.

WiewirddieEERPEdurchgeführt?

Über fünf kleine Hautschnitte unterhalb des Bauchnabels werden Stabinstrumente und eine endoskopische Kamera in den vorderen Bauchraum und das kleine Becken eingeführt. Die Kamera ermöglicht hierbei einen umfassenden Blick in Vergrößerung aus einem sehr günstigen Blickwinkel. Dadurch kann der Eingriff besonders exakt und schonend ausgeführt werden. Ist eine Lymphknotenentfernung notwendig, erfolgt dieses als erster Schritt.

Nach Entfernung der Prostata zwischen Harnröhre und Blasenhals erfolgt die Wiederherstellung der Kontinuität der Harnröhre zur Harnblase (wasserdichte Anastomose). Hierzu werden durch Einzelknopfnähte oder fortlaufende Naht die Harnblase und der Harnröhrenstumpf wieder vereinigt. Am 5. bis 7. Tag nach der Operation wird die Anastomose kontrolliert. Anschließend wird der intraoperativ eingelegte Harnröhrenkatheter entfernt. Danach wird der Patient entlassen und kann sich einer Anschlussheilbehandlung unterziehen.

Die Hauptvorteile der laparoskopischen Technik sind:

Für die Patienten:

  • Durch eine verbesserte Übersicht kann eine subtile Blutstillung erfolgen, und durch den in der Operation angelegten erhöhten Druck im vorderen Bauchraum kommt es zu einem geringen Blutverlust (Risiko Blutkonservengabe ca. 1 %)
  • Wenig Schmerzen durch kleine Hautschnitte
  • Kleinere Narben
  • Kurzer Krankenhausaufenthalt und schnelle Erholung

Für das Operationsteam:

  • Gute Übersicht durch die etwa 10-fache Vergrößerung des OP-Gebietes für eine subtile Präparation