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FokaleTherapiederProstata-eineschonendeAlternativezurOperation

Dr. med. Christoph-A.J. von Klot
Dr. med. Christoph-A.J. von Klot
PD Dr. med. Inga Peters
PD Dr. med. Inga Peters
Ansgar Tiemeyer
Ansgar Tiemeyer
 

Fokale Therapie des lokalisierten Prostatakarzinoms

Die Diagnose Prostatakarzinom bedeutete in der Vergangenheit für die meisten Männer eine Radikaloperation der Prostata. Auch heute ist dieses Vorgehen empfohlen und zwar vornehmlich dann, wenn man durch den Eingriff eine Heilung erzielen kann, d.h. der Tumor auf die Prostata beschränkt und noch keine Metastasen zum Beispiel in den Knochen, Organen oder Lymphknoten vorhanden sind. 

Die Radikaloperation geht mit Risiken einher. Hierzu gehören vor allem die Harninkontinenz, d.h. ein ungewollter Urinverlust und der mögliche Verlust oder die Abschwächung der Erektionskraft.

Durch die Einführung des PSA Testes und der Krebsfrüherkennung werden vermehrt Prostatatumore schon in sehr frühem Stadium entdeckt. Häufig sind dies Tumore im sogenannten ‚niedrig Risiko‘ Bereich. Für diese Patienten ist, laut der europäischen und auch deutschen offiziellen Empfehlungen der Leitlinien, sogar ein abwartendes Verhalten ohne aktive Therapie möglich. D.h. es ist möglich, bei Prostatatumoren im niedrigen Risikoprofil eine radikale Operation oder Bestrahlung so lange zu vermeiden, solange der Tumor nicht weiter fortschreitet. Hierdurch soll für einen möglichst langen Zeitraum Lebensqualität erhalten werden, Komplikationen vermieden, bzw. ein Tumor erst dann behandelt werden, wenn er klinisch relevant würde.

Ob ein abwartendes Vorgehen (auch "Active Surveillance" genannt) in Frage kommt, besprechen wir gerne mit Ihnen in unserer interdisziplinären Prostatakarzinomsprechstunde.

Viele Patienten fragen nach alternativen Wegen zur Behandlung ihres Tumorleidens. Häufig wird eine Operation und die damit verbundenen Nebenwirkungen als ein zu radikaler Ansatz empfunden, ein abwartendes Verhalten erscheint vielen Patienten hingegen als zu wenig. In der Tat ist es auch groß angelegten Studien bekannt, dass  Patienten es als eine psychische Belastung empfinden, wenn der Tumor nicht behandelt wird. Hieraus ergab sich die Notwendigkeit nach einer "schonenden Therapie".

Einen Mittelweg zwischen radikalem therapeutischen Vorgehen und dem bloßen Abwarten gab es in der Vergangenheit nicht.

Inzwischen stehen eine ganze Reihe an Therapien zur Verfügung, die genau diesen schonenden Ansatz zum Ziel haben. Hierbei geht es um eine gezielte Behandlung (fokale Therapie) des Tumorherdes innerhalb der Prostata und zwar ohne die ganze Prostata zu entfernen oder diese zu bestrahlen. In Deutschland ist diese Form der Therapie noch neu, findet allerdings wegen ihres für den Patienten attraktiven Ansatzes zunehmend Interesse. Das aktuell in der Urologie der MHH angebotene Therapieverfahren ist die Kryotherapie.

 

Das Behandlungsprinzip der Kryotherapie