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Prostatakrebs

DieProstata:LageundFunktion

Die Prostata oder Vorsteherdrüse hat in etwa die Größe einer Walnuss und wiegt ca. 20 Gramm. Sie ist ein Teil der männlichen Fortpflanzungsorgane und liegt vor dem Beckenboden und unterhalb der Harnblase. Bei Männern umschließt die Drüse die Harnröhre unterhalb des Blasenausganges. Sie wird von Bindegewebe und Muskulatur durchsetzt, die unter anderem die Funktion der Entleerung der Drüsenflüssigkeit steuert. Die Flüssigkeit dient als Transportmittel für die Samenfäden, die zusammen als Samenflüssigkeit beim Samenerguss ausgeschieden werden.

Die Prostata lässt sich anatomisch in fünf Zonen aufteilen, wobei meistens grob zwischen der äußeren und der inneren Zone unterschieden wird. Prostatakarzinome entstehen am Häufigsten in der äußeren Zone. Dieser Teil der Prostata ist auch der volumenmäßig größte. Er nimmt ca. 75 % des Organs ein.

BeschreibungundHäufigkeitvonProstatakrebs

Der Prostatakrebs oder auch Prostatakarzinom genannt ist eine bösartige Tumorerkrankung des Drüsengewebes der Prostata. Sie gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. An dieser Form des Krebses erkranken jährlich mehr als 60.000 Menschen neu. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren, wobei vor dem 50 Lebensjahr diese Form der Prostataerkrankung kaum auftritt. Eine Ausnahme bilden Vorerkrankungen der Prostata in der Familie. Bestehen eine oder mehrere Befunde von Prostatakarzinomen bei männlichen Angehörigen in frühen Jahren, sollte die erste Vorsorgeuntersuchung früher als im empfohlenen 40. Lebensjahr erfolgen.

Denn es gilt: Je früher der Prostatakrebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen

Darüber hinaus findet sich bei Prostatakrebs eine entscheidende Besonderheit im Gegensatz zu anderen Krebsformen. Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass ca. 30 % der Männer über dem fünften Lebensjahrzehnt ein „stummes oder latentes Prostatakarzinom“ besitzen. Bei dieser Art der körperlichen Veränderung treten jedoch keinerlei Beschwerden auf und sie erfordert in den meisten Fällen auch keine Behandlung.

Darüber hinaus ist der bösartige Prostatakrebs, der mit einer Vergrößerung der Prostata einhergeht, von der gutartigen Prostatavergrößerung, der benignen Prostatahyperplasie (BPH), zu unterscheiden. Diese kann, wie das Prostatakarzinom, ebenfalls Beschwerden beim Wasserlassen auslösen, ist jedoch pathologisch klar vom Prostatakrebs abzugrenzen. 

FrüherkennungvonProstatakrebs

Prostatakrebs in einem möglichst frühen Stadium erkennen

Da beim Prostatakrebs die Symptome erst sehr spät auftreten wird der Früherkennung eine besondere Bedeutung zugerechnet. Das Hauptziel aller Früherkennungsmaßnahmen ist die rechtzeitige Diagnose und damit Entdeckung des Prostatakrebses im frühen Stadium. Die Fachärzte empfehlen allen Männern, solange keine familiären Vorerkrankungen der Prostata vorliegen, die Prostata ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich untersuchen zu lassen. In den Fällen, in denen ein oder mehrere männliche Angehörige an Prostatakrebs erkrankt sind oder waren, wird empfohlen bereits ab dem 35. Lebensjahr mit der regelmäßigen Krebsfrüherkennung zu beginnen.

Die Früherkennungsuntersuchung

Die Früherkennungsuntersuchung setzt sich aus zwei Untersuchungen zusammen. Zum einen gehört zur Früherkennung die Tastuntersuchung, bei der die Prostata über den Enddarm nach Unregelmäßigkeiten und Verhärtungen untersucht wird. Dieser Test kann den Verdacht auf ein Karzinom bestätigen, wobei kleinere Tumore bei dieser Untersuchung auch übersehen werden können. Zum anderen gibt es den PSA-Test, der das Prostataspezifische-Antigen (PSA) aus einer Blutprobe bestimmt. Ein erhöhter Wert deutet jedoch nicht eindeutig auf einen Prostatakrebs hin, da es vielfältige Gründe für die Veränderung des PSA-Wertes gibt. 

UrsachenundRisikofaktorenvonProstatakrebs

Die Ursache der Entstehung von Prostatakrebszellen ist weitgehend unbekannt. Als Hauptrisikofaktor gilt das Alter. Eine grobe Altersverteilung im Bezug zum Risiko von Prostatakrebs betroffen zu sein beschreibt folgende Einteilung (Schätzung des Krebsregisters in Deutschland):

  • Im Alter von 35 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit als Mann zu erkranken 1 zu 4200.
  • Im Alter von 45  ist die Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs innerhalb der nächsten 10 Jahre zu erkranken 1 zu 220.
  • Im Alter zwischen 55 und 64 Jahre kann es einen Mann von 37 treffen.
  • Bis zum Alter von 74 ist es 1 von 16 und
  • Nach 75 ist es fast gleichbleibend 1 zu 17.

Neben dem Hauptrisiko wird davon ausgegangen, dass es noch weitere Risikofaktoren für das Entstehen dieser lebensbedrohlichen Prostataerkrankung gibt. Zu diesen gehören: 

  • Genetische Faktoren, wie die Zugehörigkeit zu bestimmten Volksgruppen und die familiäre Häufung von  Prostatakarzinomen. Beispielhaft erkranken Männer, deren Väter und/oder Brüder an Prostatakrebs erkrankt sind oder waren, mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit ebenfalls an Prostatakrebs. 
  • Hormonelle Faktoren, wie zum Beispiel die Geschlechtshormone Androgene, zu denen das Hormon Testosteron zählt. Sie haben ebenfalls einen Einfluss auf das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken.
  • Umwelteinflüsse und die Ernährung, die sowohl einen Einfluss auf das positive, als auch auf das negative Risiko haben können. Verifizierte Erkenntnisse, dass die Ernährung einen großen Einfluss hat, gibt es jedoch nicht. Es wird aber vermutet, dass unter anderem die vermehrte Zufuhr von Fleisch, Fett (tierischen), Milch und Milchprodukten das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken erhöht. Demgegenüber ist eine gesunde ausgewogene Ernährung zu bevorzugen.
  • Die körperliche Bewegung wird als ein weiterer Faktor aufgeführt. Demnach wird vermutet, dass es einen geringen positiven Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von körperlicher Bewegung und der Wahrscheinlichkeit nicht an Prostatakrebs zu erkranken gibt.

SymptomeundKrankheitszeichenvonProstatakrebs

Wie bei einigen Krebserkrankungen verursachen auch Prostatakarzinome im Anfangsstadium, wenn der Prostatakrebs noch klein ist, meist keine Beschwerden. Diese treten erst auf, wenn die Geschwulst eine kritische Größe erreicht hat. Aus diesem Grund spielt die Früherkennungsuntersuchung (siehe Abschnitt Früherkennung) eine im besonderen Maße entscheidende Rolle für den Heilungserfolg. Im fortgeschritten Stadium kann die Prostata unter anderem folgende Symptome verursachen:

  • Blutbeimengung im Urin,
  • Schmerzen und Missempfindungen im Bereich der Prostata ,
  • Schmerzen im Ischias, die durch Metastasen im Knochen hervorgerufen werden und/oder
  • Beeinträchtigung bei der Blasenentleerung und Stuhlunregelmäßigkeiten

Beim metastasierenden Prostatakarzinom, d.h. wenn der Prostatakrebs bereits Tochtergeschwülste gebildet hat, ist damit zu rechnen, dass weitere Symptome auftreten. Zu diesen gehören unter anderem die allgemeinen Erscheinungen wie Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit Gewichtsabnahme und/oder Blutarmut. Eine weitere Begleiterscheinung können auch Lymphödeme, also die Ansammlung von Gewebeflüssigkeit, sein. Auch Kreuzschmerzen (Lumbalgie), Schmerzen im Bereich des Beckens, der Hüfte sowie Knochenbrüche ohne vorhergehende Gewalteinwirkung können eine Hinweis auf Fernmetastasen, also das Wachstum und die Ausbreitung eines Prostatakarzinoms sein. 

DiagnosevonProstatakrebs

Liegt ein begründeter Verdacht für ein Prostatakrebs vor,  da z.B bei der Tastuntersuchung eine gewebliche Veränderung und/oder bei der Blutuntersuchung ein erhöhter PSA-Wert (siehe Abschnitt Früherkennung) festgestellt worden ist, so muss durch weitere Untersuchen die Diagnose gefestigt und abgesichert werden. Dazu gehört vor allem die Diagnose mittels der Biopsie (Entnahme von Gewebe) der Prostata. Ein weiteres ergänzendes Verfahren, das auch zur Bestimmung der Tumorausbreitung benutzt wird, ist die Kernspintomographie (MRT). Nachdem die Ausbreitung des Prostatakrebses festgesellt ist, erfolgt die Einordnung der Ergebnisse in die TNM-Klassifikation.

TherapievonProstatakrebs

Die Wahl der Therapie ist anhand der spezifischen Diagnose individuell für jeden Betroffenen  zu treffen. Dabei hängt die Wahl der Therapie insbesondere vom allgenmeinen Gesundheitszustand des Patienten und der Ausbreitung des Prostatakrebses ab. Die Prognose eines Heilungserfolges hängt dabei sehr stark vom Stadium der Erkrankung ab. Je früher der Tumor erkannt wird, desto besser ist die Vorhersage eines für den Patienten positiven Erkrankungsverlaufs.

Die grundsätzlich bei vielen Krebsarten sicherste Behandlungsmethode ist die vollständige operative Entfernung des Tumorgewebes. Dies bedeutet, dass die komplette Prostata entfernt wird (radikale Prostatektomie). Darüber gibt es noch die Möglichkeiten der Bestrahlung, der Hormontherapie oder der Chemotherapie.

VerlaufundVorbeugen

Die Prognose für die Diagnose Prostatakrebs ist nicht einheitlich und hängt davon ab, wie früh er erkannt wird. Je früher der Prostatakrebs erkannt wird, umso höher ist die Lebenserwartung. Sie hängt jedoch auch vom Tumortyp und von der Tumorgröße bzw. davon ab, inwieweit andere Organe befallen sind. Etwas 92 % der erkrankten Männer leben fünf Jahre nach der Diagnose noch und die Wahrscheinlichkeit, dass der Prostatakrebs lebensbedrohlich wird, reduziert sich nach dem Zeitraum immer weiter.

Die Vorbeugung gegen Prostatakrebs ist nach der Meinung vieler Experten nicht direkt möglich. Die Empfehlung einer gesunden Lebensführung mit einer ausgewogenen Ernährung (siehe Ursachen und Risikofaktoren)  und ausreichend Bewegung aber gilt für alle Krebsarten.

Die Früherkennungsuntersuchung ist und bleibt damit der wichtigste Baustein, um rechtzeitig auf eine Veränderung Prostata reagieren zu können.

Wenn Sie weitere Fragen haben oder einen Untersuchungstermin wünschen, sprechen Sie uns gerne an.

Medizinische Hochschule Hannover (MHH) | Klinik für Urologie und Urologische Onkologie
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